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Produktdaten und PIM: Gute Produktdaten verkaufen, bevor jemand fragt.

Produktdatenmanagement klingt nach Verwaltung, ist aber einer der stärksten Hebel im Onlinehandel. Produktinformationen entscheiden, ob ein Artikel gefunden, verstanden und gekauft wird, und ob er zurückkommt. Ein PIM ist dabei das Werkzeug, nicht das Ziel.

In vielen Unternehmen entstehen Produktdaten an mehreren Stellen: im ERP, in Tabellen, bei Lieferanten, im Marketing. Jeder Kanal bekommt seine eigene Version. Merkmale fehlen, Texte widersprechen sich, Bilder sind veraltet. Der Shop funktioniert trotzdem, aber er verkauft weniger, als er könnte, und jede neue Plattform kostet Wochen an Handarbeit.

Typische Anzeichen:

  • Produktdaten werden in Tabellen gepflegt und per Hand übertragen
  • Shop, Marktplätze und Katalog zeigen unterschiedliche Angaben
  • neue Produkte gehen erst nach Tagen oder Wochen online
  • Filter in der Shopsuche greifen nicht, weil Merkmale fehlen
  • Kunden fragen im Service, was auf der Produktseite stehen sollte

Die Produktseite ist im Onlinehandel oft der erste Kontakt. Laut dem Digital Experience Benchmark 2026 von Contentsquare beginnt branchenübergreifend jeder dritte Besuch direkt auf einer Produktdetailseite, und 61 Prozent dieser Besuche enden dort ohne weitere Interaktion.1 Ob ein Besucher bleibt und kauft, entscheiden in diesem Moment vor allem die Produktinformationen: Bilder, Merkmale, Maße, Verfügbarkeit und eine Beschreibung, die die Fragen des Kunden beantwortet.

Wie schnell steht ein neues Produkt in allen Kanälen?

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Produktdatenqualität: Sichtbarkeit, Conversion, Retouren

Gute Produktdaten wirken an drei Stellen. Erstens bei der Sichtbarkeit: Suchmaschinen, Marktplätze und zunehmend KI-Assistenten finden und empfehlen Produkte, deren Daten vollständig und eindeutig sind. Zweitens bei der Conversion: Filter, Vergleiche und Produktseiten funktionieren nur, wenn die Merkmale dahinter stimmen. Drittens bei den Retouren: Wer genau weiß, was er bestellt, schickt seltener zurück. Wie eng Produktdaten und Suche zusammenhängen, zeigt der Kompass Shopsuche.

Gerade der letzte Punkt ist messbar. Bei einer Befragung von KPMG und EHI nannten 60,4 Prozent der Kunden eine Abweichung des Artikels von der Beschreibung als Grund für eine Rücksendung, 72,6 Prozent eine unpassende Größe.2 Beides lässt sich mit besseren Produktinformationen verringern, etwa mit genauen Maßen, Größentabellen, echten Detailfotos und Angaben zu Material und Verwendung.

Woran sich Produktdatenqualität messen lässt:

  • Vollständigkeit: Sind alle Pflichtmerkmale je Kategorie gepflegt?
  • Korrektheit: Stimmen Maße, Gewichte und technische Angaben?
  • Einheitlichkeit: Sind Werte, Einheiten und Begriffe gleich benannt?
  • Aktualität: Wie schnell erscheinen Änderungen in allen Kanälen?
  • Anreicherung: Gibt es Bilder, Texte und Dokumente für jeden Kanal?

PIM-System: wann es sich lohnt

Ein PIM-System, kurz für Product Information Management, ist die zentrale Stelle, an der Produktinformationen gesammelt, angereichert und an alle Kanäle verteilt werden. Das ERP bleibt meist die Quelle für kaufmännische Daten wie Artikelnummer, Preis und Bestand. Das PIM ergänzt alles, was Kunden sehen: Merkmale, Texte, Bilder, Übersetzungen und kanalspezifische Varianten.

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Ob sich ein PIM lohnt, hängt weniger von der Zahl der Artikel ab als von der Zahl der Kanäle, Sprachen und Merkmale. Wer einen Shop in einer Sprache mit einfachen Produkten betreibt, kommt oft mit den Funktionen des Shopsystems aus. Wer auf Marktplätzen, in mehreren Ländern, im Katalog und im B2B-Portal verkauft, braucht eine Stelle, an der jede Information genau einmal gepflegt wird. Wie die Einführung eines PIM gelingt, zeigt die Themenseite PIM-System einführen.

Wichtiger wird die zentrale Pflege auch durch neue Kanäle. Marktplätze verlangen eigene Formate und Pflichtfelder, Preissuchmaschinen und Shopping-Anzeigen leben von vollständigen Feeds, und KI-Assistenten beantworten Produktfragen auf Basis der Daten, die sie finden. Je mehr Kanäle ein Unternehmen bedient, desto teurer wird jede Lücke, weil sie sich in jedem Kanal wiederholt. Ein PIM macht aus vielen einzelnen Exporten einen gesteuerten Prozess, in dem Regeln festlegen, welche Daten wohin gehen.

Ein PIM lohnt sich vor allem, wenn:

  • Produkte in mehreren Kanälen und Sprachen verkauft werden
  • viele Merkmale je Produkt gepflegt werden müssen
  • mehrere Abteilungen oder Lieferanten Daten zuliefern
  • neue Produkte schneller online gehen sollen
  • Marktplätze eigene Datenformate verlangen

Produktinformationen als gemeinsame Aufgabe

Das häufigste Missverständnis: Ein PIM-System löst die Datenfrage von selbst. Tatsächlich ist die Software der kleinere Teil. Entscheidend sind ein Datenmodell, das festlegt, welche Merkmale je Kategorie gebraucht werden, klare Zuständigkeiten, wer welche Information pflegt und freigibt, und Regeln, ab wann ein Produkt vollständig genug für einen Kanal ist.

Damit wird Produktdatenmanagement zu einer Aufgabe, die Einkauf, Produktmanagement, Marketing und E-Commerce gemeinsam tragen. Wer sie so organisiert, gewinnt doppelt: Neue Produkte gehen schneller online, und jeder Kanal, ob Shop, Marktplatz oder KI-Assistent, bekommt die Informationen, die er braucht, um zu verkaufen.

Wo es hakt

Produktdaten entstehen an vielen Stellen und werden per Hand übertragen. Lücken und Widersprüche kosten Sichtbarkeit, Conversion und verursachen Retouren.

Was trägt

Ein klares Datenmodell, feste Zuständigkeiten und eine zentrale Stelle für Produktinformationen. Das PIM ist das Werkzeug, die Organisation dahinter der Hebel.

Wie advise einordnet

Wir bewerten, wo Produktdaten heute Umsatz kosten, ob ein PIM nötig ist und wie Datenmodell, Prozesse und Zuständigkeiten aussehen müssen.

Der erste Schritt

Die Datenqualität der umsatzstärksten Kategorien messen: Vollständigkeit, Korrektheit, Aktualität. Dort liegt der schnellste Hebel.

Wo stehst du bei diesem Thema?

Häufige Fragen zu Produktdaten und PIM

Was ist Produktdatenmanagement?

Produktdatenmanagement umfasst alles, was nötig ist, damit Produktinformationen vollständig, korrekt und aktuell in allen Kanälen erscheinen: das Datenmodell, die Pflege und Anreicherung, Freigaben und die Verteilung an Shop, Marktplätze, Kataloge und andere Systeme.

Was ist ein PIM-System?

Ein PIM-System (Product Information Management) ist eine Software, in der Produktinformationen zentral gesammelt, angereichert und an alle Vertriebskanäle verteilt werden. Es ergänzt das ERP, das meist für kaufmännische Daten wie Preise und Bestände zuständig bleibt.

Ab wann lohnt sich ein PIM?

Vor allem dann, wenn Produkte in mehreren Kanälen und Sprachen verkauft werden, viele Merkmale gepflegt werden müssen oder mehrere Abteilungen und Lieferanten Daten zuliefern. Bei einem einzelnen Shop mit einfachen Produkten reichen oft die Funktionen des Shopsystems.

Wie beeinflussen Produktdaten die Retourenquote?

Viele Rücksendungen entstehen, weil Kunden etwas anderes erwartet haben. In einer Befragung von KPMG und EHI nannten 60,4 Prozent eine Abweichung von der Beschreibung als Grund. Genaue Maße, Größentabellen, echte Fotos und klare Materialangaben senken diesen Anteil.

Was ist der Unterschied zwischen PIM und ERP?

Das ERP verwaltet die kaufmännischen Daten eines Produkts, etwa Artikelnummer, Einkaufs- und Verkaufspreis, Bestand und Lieferanten. Das PIM verwaltet die Informationen, die Kunden sehen und die verkaufen: Merkmale, Beschreibungen, Bilder, Dokumente und Übersetzungen.

Wie misst man Produktdatenqualität?

Am einfachsten über einen Vollständigkeitswert je Kategorie: Welcher Anteil der Pflichtmerkmale ist gepflegt? Ergänzend helfen Stichproben zur Korrektheit, die Zeit bis zur Veröffentlichung neuer Produkte und Kennzahlen aus dem Shop wie Retourengründe, Suchanfragen ohne Ergebnis und Abbrüche auf Produktseiten.

Im Zusammenhang

Alles zum Thema Produktdaten: So hängen die Seiten zusammen.

Verkaufen deine Produktdaten mit?

Wenn neue Produkte zu lange brauchen oder Kanäle unterschiedliche Angaben zeigen, lohnt der gemeinsame Blick. Schreib uns kurz, worum es geht, wir melden uns persönlich.

* Pflichtfeld

  • 1Contentsquare: Digital Experience Benchmark 2026, Kapitel Engagement (99 Mrd. Sitzungen, 6.500 Websites, 9 Branchen) Quelle ansehen ↗
  • 2KPMG und EHI Retail Institute: Retouren als Chance. KPMG Consumer Snapshot, 2025 Quelle ansehen ↗