Marktplatz-Dominanz: Reichweite nutzen, ohne die Kontrolle abzugeben.
Amazon und Co. bringen Reichweite — und binden zugleich den Zugang zum Kunden, die Daten und einen wachsenden Teil der Marge. Für viele Händler ist die Plattform unverzichtbar geworden und gleichzeitig ein Risiko.
Rund 57 Prozent der Onlineumsätze in Deutschland liefen 2025 über Marktplätze.1 Allein Amazon kommt mit Marktplatz und Eigenhandel auf rund 63 Prozent der Onlineumsätze, davon 46 Prozent über den Marktplatz.2 Für viele Händler ist die Plattform damit der wichtigste Kanal: Rund 60 Prozent der über amazon.de verkauften Waren kommen von unabhängigen Dritthändlern.3 Mehr als die Hälfte der Händler (53 Prozent) nennt die Abhängigkeit von großen Onlineplattformen als Nachteil der Digitalisierung.4 Reichweite und Abhängigkeit sind hier zwei Seiten derselben Medaille.
Wie stark hängt dein Umsatz an einer einzigen Plattform?
Sprich mit uns darüber →Warum Marktplatz-Dominanz zum Risiko wird
Die Abhängigkeit zeigt sich an mehreren Stellen gleichzeitig. Finanziell: Verkaufsprovisionen je nach Kategorie, Gebühren für Logistik und Lagerung, dazu Werbekosten, um sichtbar zu bleiben. In Summe binden sie einen erheblichen Teil des Umsatzes. Strukturell: Auf Amazon konkurrieren zahlreiche Händler um dieselbe Sichtbarkeit, während die Plattform ihre eigenen Produkte aktiv bewirbt. Und strategisch am gravierendsten: Der Traffic gehört der Plattform, die Kundendaten gehören der Plattform, und der Kunde nimmt Amazon als Verkäufer wahr — nicht den Händler dahinter. Die eigene Marke bleibt unsichtbar.
Das Ergebnis ist eine paradoxe Lage: Der Shop wächst auf der Plattform, aber nicht als eigenständige Marke. Jede Erhöhung der Gebühren, jede Algorithmus-Änderung und jede Account-Entscheidung trifft das Geschäft unmittelbar — ohne dass der Händler darauf Einfluss hätte.
Woran sich Marktplatz-Dominanz festmacht:
- Umsatzkonzentration: oft mehr als die Hälfte des Umsatzes über eine einzige Plattform
- Gebührenlast: Provision, Fulfillment und Werbung summieren sich zu einem erheblichen Teil des Umsatzes.
- Datenhoheit: Kundendaten und Kaufverhalten bleiben bei der Plattform
- Markenunsichtbarkeit: der Kunde kauft bei Amazon, nicht bei der eigenen Marke
Reichweite nutzen, Unabhängigkeit aufbauen
Der Ausweg liegt nicht im Rückzug vom Marktplatz — die Reichweite ist real und wertvoll. Er liegt in einer bewussten Multichannel-Strategie, bei der der eigene Shop im Zentrum bleibt und Marktplätze, Social Commerce und Vergleichsplattformen gezielt ergänzen. Zweitmarktplätze wie OTTO oder Kaufland bieten oft bessere Margen und weniger Wettbewerb; der eigene Shop sichert Datenhoheit, Markenaufbau und direkte Kundenbeziehung. Wie eine Marktplatz-Strategie aussieht, die Reichweite und Marge zusammenbringt, steht auf der Themenseite.
Entscheidend ist, die Rolle jedes Kanals klar zu definieren: Wo entsteht profitables Volumen, wo Markenbindung, wo Datenhoheit? Diese Frage ist weder rein operativ noch rein strategisch — sie verlangt den Blick aufs Zusammenspiel von Markt, Marge und Organisation. Genau dort setzen wir an.
Wo der Druck herkommt
Marktplätze bündeln den größten Teil des Onlineumsatzes, Amazon allein rund 63 Prozent. Händler werden von Gebühren, Algorithmen und Regeln der Plattform abhängig.
Was die Abhängigkeit kostet
Nicht nur Gebühren, sondern die Datenhoheit und die Sichtbarkeit der eigenen Marke. Der Shop wächst auf der Plattform, nicht als eigenständige Marke.
Wie advise einordnet
Wir helfen, die Rolle jedes Kanals zu klären — wo profitables Volumen entsteht, wo Markenbindung, wo Datenhoheit — und den eigenen Shop als Zentrum einer tragfähigen Multichannel-Strategie zu positionieren.
Der erste Schritt
Transparenz über die Umsatz- und Margenverteilung je Kanal. Von dort lässt sich die Abhängigkeit gezielt reduzieren, ohne wertvolle Reichweite aufzugeben.
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Häufige Fragen zu Marktplatz-Dominanz
Was bedeutet Marktplatz-Dominanz im E-Commerce?
Marktplatz-Dominanz beschreibt die Situation, in der wenige große Plattformen den Zugang zum Kunden, die Daten und einen wachsenden Teil der Marge kontrollieren. Über Marktplätze liefen 2025 rund 57 Prozent der Onlineumsätze in Deutschland, Amazon allein kommt mit Marktplatz und Eigenhandel auf rund 63 Prozent. Händler werden dadurch stark von einzelnen Plattformen abhängig.
Wie hoch ist die Abhängigkeit deutscher Händler von Amazon?
Laut Bundeskartellamt kommen rund 60 Prozent der über amazon.de verkauften Waren von unabhängigen Dritthändlern. In einer Bitkom-Befragung von 2025 nennt mehr als die Hälfte der Händler (53 Prozent) die Abhängigkeit von großen Onlineplattformen als Nachteil. Die Abhängigkeit wird also als Risiko wahrgenommen.
Was kostet der Verkauf über Marktplätze?
Neben einer monatlichen Grundgebühr fallen Verkaufsprovisionen je nach Kategorie, Gebühren für Versand und Lagerung bei plattformeigener Logistik sowie Werbekosten an. Wie viel davon in Summe vom Umsatz bleibt, sollte je Artikel gerechnet werden.
Wie reduziert man die Abhängigkeit von Marktplätzen?
Nicht durch Rückzug, sondern durch eine bewusste Multichannel-Strategie: Der eigene Shop bleibt im Zentrum und sichert Datenhoheit, Markenaufbau und direkte Kundenbeziehung, während Marktplätze wie Amazon, OTTO oder Kaufland gezielt für Reichweite und Volumen ergänzt werden. Entscheidend ist, die Rolle jedes Kanals klar zu definieren.
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- 1Handelsverband Deutschland (HDE): HDE-Online-Monitor 2026, Pressemitteilung vom 03.06.2026: 56,7 % der Onlineumsätze 2025 über Marktplätze. Quelle ansehen ↗
- 2Handelsverband Deutschland (HDE): HDE-Online-Monitor 2026, vorgestellt am 03.06.2026: Amazon mit Marktplatz (46 %) und Eigenhandel (17 %) bei rund 63 % der Onlineumsätze in Deutschland; berichtet von der Börsen-Zeitung Quelle ansehen ↗
- 3Bundeskartellamt: Pressemitteilung vom 05.02.2026 zum Verfahren gegen Amazon (Preiskontrolle auf dem deutschen Marketplace): Rund 60 % der über amazon.de vertriebenen Waren werden von unabhängigen Dritthändlern verkauft. Quelle ansehen ↗
- 4Bitkom: Digitaler Handel in Deutschland, Studienbericht 2026 (505 Handelsunternehmen ab 10 Beschäftigten, KW 11 bis 19 2025): 53 % nennen die Abhängigkeit von großen Online-Plattformen als Nachteil der Digitalisierung. Quelle ansehen ↗