Make or Buy: Selbst machen, was den Unterschied macht.

Inhouse oder Agentur? Die Make-or-Buy-Frage stellt sich im E-Commerce immer wieder: bei Entwicklung, Marketing, Content, Daten oder Logistik. Die beste Antwort ist selten ein Entweder-oder, sondern eine bewusste Aufteilung danach, was das Geschäft unterscheidet und was nur zuverlässig laufen muss.

In vielen Unternehmen ist die Aufteilung zwischen eigenem Team und Partnern historisch entstanden. Was zuerst gebraucht wurde, kam von außen. Was sich bewährte, blieb dort. Was später intern aufgebaut wurde, hing oft an einzelnen Einstellungen. Eine bewusste Entscheidung, welche Fähigkeiten das Unternehmen selbst besitzen will, gibt es selten. Genau sie entscheidet aber, wie schnell, wie unabhängig und wie wirtschaftlich das Onlinegeschäft arbeiten kann.

Die Rahmenbedingungen verschieben sich dabei. Laut Bitkom fehlen in Deutschland 79.000 IT-Fachkräfte, weniger als in den Vorjahren, aber weiterhin genug, um den Aufbau eigener Teams zu verlangsamen.1 Gleichzeitig beobachtet Deloitte, dass Unternehmen wieder mehr Aufgaben selbst übernehmen und eigene Kompetenzzentren aufbauen, während sie Partner zunehmend auch für Vertrieb, Marketing und Entwicklung einsetzen.2 Make or Buy ist damit keine einmalige Grundsatzentscheidung, sondern eine Abwägung je Aufgabe.

Ist entschieden, was dein Team selbst macht?

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Inhouse oder Agentur: die Kriterien

Eine gute Make-or-Buy-Entscheidung beginnt mit der Frage, was das Geschäft unterscheidet. Fähigkeiten, die direkt auf den Wettbewerbsvorteil einzahlen, sollten im eigenen Haus liegen oder zumindest dort gesteuert und verstanden werden. Aufgaben, die zuverlässig laufen müssen, aber keinen Unterschied machen, lassen sich oft besser und günstiger von Spezialisten übernehmen. Wie du den passenden Spezialisten findest, ordnet die Themenseite Agentur und Dienstleister finden ein.

Kriterien für Make or Buy:

  • Wie stark trägt die Aufgabe zum Wettbewerbsvorteil bei?
  • Wie gleichmäßig ist der Bedarf: dauerhaft, schwankend oder einmalig?
  • Wie spezialisiert ist das nötige Wissen und wie schnell veraltet es?
  • Wie schnell muss die Fähigkeit verfügbar sein?
  • Was kostet sie über mehrere Jahre, intern und extern?
  • Wie groß wäre die Abhängigkeit von einem Partner?

Bei den Kosten lohnt ein ehrlicher Vergleich über mehrere Jahre. Interne Teams verursachen neben Gehältern auch Kosten für Einarbeitung, Führung, Werkzeuge, Weiterbildung und Vertretung. Partner kosten pro Stunde mehr, lassen sich aber flexibler einsetzen und bringen Erfahrung aus vielen Projekten mit. Welche Variante günstiger ist, hängt vor allem von der Auslastung ab: Was dauerhaft und gleichmäßig gebraucht wird, rechnet sich intern eher.

Was sollte dein Team selbst machen, was ein Partner?Das zeigt sich im Gespräch, nicht von außen. Wir nehmen uns Zeit, mit Agenda und den richtigen Leuten am Tisch, vor Ort oder per Video.Termin vereinbaren →

Neben Kosten zählt die Geschwindigkeit. Ein internes Team aufzubauen dauert, von der Ausschreibung der Stellen über die Einarbeitung bis zur vollen Leistungsfähigkeit vergehen oft viele Monate. Ein Partner kann deutlich schneller starten. Umgekehrt reagiert ein eingespieltes internes Team im Alltag oft schneller, weil Abstimmung und Beauftragung entfallen. Die Frage ist also, ob eine Fähigkeit vor allem schnell verfügbar sein muss oder ob sie dauerhaft und eng mit dem Geschäft verzahnt arbeiten soll. Oft ist die Antwort ein Übergang: erst mit Partnern starten, dann schrittweise intern aufbauen.

Outsourcing im E-Commerce: was sich bewährt

Typische Muster haben sich im Onlinehandel herausgebildet. Strategie, Sortiment, Preise und die Steuerung von Kanälen und Partnern bleiben meist intern, weil sie das Geschäft unmittelbar prägen. Entwicklung und Betrieb der Plattform liegen häufig bei Spezialisten, gesteuert durch ein internes Produktmanagement. Bei Marketing und Content ist die Mischung verbreitet: Die Strategie und das Wissen über Kunden bleiben im Haus, die Umsetzung in Spitzen oder in Spezialdisziplinen kommt von außen.

Häufige Aufteilung im E-Commerce:

  • intern: Strategie, Sortiment, Preise, Kundendaten, Steuerung von Kanälen und Partnern
  • gemischt: Marketing, Content, Produktdaten, Analyse
  • häufig extern: Plattformentwicklung, Hosting, Spezialthemen, Logistik-Dienstleistungen

Wichtig ist, dass auch ausgelagerte Aufgaben intern verstanden werden. Wer die Plattform extern entwickeln lässt, braucht trotzdem jemanden, der Anforderungen beschreibt, Ergebnisse beurteilt und Entscheidungen trifft. Ohne dieses Wissen im Haus wird aus Outsourcing schnell Abhängigkeit. Wie Auswahl und Steuerung gelingen, zeigt die Herausforderung Agentur auswählen und steuern.

Die Entscheidung regelmäßig überprüfen

Make or Buy ist kein Zustand, sondern eine Entscheidung auf Zeit. Was heute sinnvoll ausgelagert ist, kann in drei Jahren zum Kern des Geschäfts geworden sein und gehört dann ins eigene Haus. Umgekehrt kann eine intern aufgebaute Fähigkeit an Bedeutung verlieren und bei einem Partner besser aufgehoben sein. Sinnvoll ist eine regelmäßige Überprüfung, etwa einmal im Jahr: Welche Fähigkeiten sind wichtiger geworden, welche Kosten haben sich verschoben, wo ist die Abhängigkeit gewachsen?

Wo der Druck herkommt

E-Commerce verlangt immer mehr spezialisierte Fähigkeiten. Fachkräfte sind knapp, Partner sind viele, und die Aufteilung ist oft eher gewachsen als entschieden.

Warum es eine Strategiefrage ist

Was ein Unternehmen selbst kann, bestimmt Tempo, Unabhängigkeit und Kosten. Die Entscheidung prägt die Organisation für Jahre.

Wie advise einordnet

Wir bewerten mit dir je Aufgabe, was intern bleiben, was gemischt laufen und was ausgelagert werden sollte, und rechnen die Varianten über mehrere Jahre durch.

Der erste Schritt

Alle wesentlichen Aufgaben auflisten und festhalten, wer sie heute erledigt und wie stark sie zum Wettbewerbsvorteil beitragen. Daraus ergibt sich oft schon eine klare Linie.

Wo stehst du bei diesem Thema?

Häufige Fragen zu Make or Buy

Was bedeutet Make or Buy im E-Commerce?

Make or Buy beschreibt die Entscheidung, ob eine Aufgabe oder Fähigkeit im eigenen Unternehmen aufgebaut oder von einem Partner eingekauft wird, etwa Entwicklung, Marketing, Content, Daten oder Logistik. Oft ist eine Mischung aus beidem die beste Lösung.

Inhouse oder Agentur, was ist günstiger?

Das hängt vor allem von der Auslastung ab. Aufgaben, die dauerhaft und gleichmäßig anfallen, rechnen sich intern eher. Schwankender oder sehr spezieller Bedarf ist bei Partnern oft wirtschaftlicher. Ein ehrlicher Vergleich berücksichtigt auch Einarbeitung, Führung, Werkzeuge und Weiterbildung.

Was sollte immer intern bleiben?

Alles, was das Geschäft unmittelbar prägt: Strategie, Sortiment, Preise, Kundendaten und die Steuerung von Kanälen und Partnern. Auch bei ausgelagerten Aufgaben sollte intern jemand Anforderungen beschreiben und Ergebnisse beurteilen können.

Wie oft sollte man die Make-or-Buy-Entscheidung überprüfen?

Etwa einmal im Jahr und zusätzlich bei größeren Veränderungen wie einem Wechsel des Shopsystems, neuen Kanälen oder deutlich verändertem Umsatz. Was heute ausgelagert ist, kann morgen zum Kern des Geschäfts gehören.

Was ist ein hybrides Modell?

Ein hybrides Modell kombiniert ein internes Kernteam mit Partnern. Das Kernteam steuert, kennt das Geschäft und trifft Entscheidungen. Partner bringen Kapazität und Spezialwissen. Viele E-Commerce-Organisationen arbeiten so.

Wie gelingt der Übergang von Agentur zu Inhouse?

Schrittweise. Zuerst übernimmt ein internes Kernteam Steuerung und Entscheidungen, dann werden einzelne Aufgaben ins Haus geholt, während der Partner das Wissen übergibt. Wichtig sind Dokumentation, Zugänge auf das eigene Unternehmen und eine Übergangszeit, in der beide Seiten zusammenarbeiten.

Ist deine Aufteilung entschieden oder gewachsen?

Wenn du klären willst, was dein Team selbst machen und was Partner übernehmen sollen, lohnt der gemeinsame Blick. Schreib uns kurz, worum es geht, wir melden uns persönlich.

* Pflichtfeld

  • 1Bitkom: IT-Fachkräftemangel hat sich in den letzten drei Jahren halbiert, Presseinformation September 2026 Quelle ansehen ↗
  • 2Deloitte: Global Outsourcing Survey 2024, Multidimensional sourcing (Befragung von mehr als 500 Führungskräften) Quelle ansehen ↗