KI-Kompetenz: Pflicht und Chance zugleich.

Wer KI einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Menschen damit umgehen können. Das verlangt die KI-Verordnung, und es ist zugleich der größte Hebel dafür, dass KI im Alltag wirklich etwas bringt.

66 Prozent der Unternehmen schätzen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein. 70 Prozent schulen inzwischen zum Umgang mit KI, aber nur 11 Prozent alle Beschäftigten, und jedes vierte Unternehmen bietet gar keine Schulung an.1 Dabei ist KI-Kompetenz keine Kür mehr.

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Was die KI-Verordnung verlangt

Nach Artikel 4 der KI-Verordnung müssen Anbieter und Betreiber von KI-Systemen Maßnahmen ergreifen, damit ihre Beschäftigten und andere Personen, die in ihrem Auftrag KI nutzen, über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Die Pflicht gilt seit dem 02.02.2025.2 Sie trifft Unternehmen jeder Branche und Größe.3 Mit dem KI-Omnibus von 2026 bleibt sie bestehen, ein festes Mindestniveau wird aber nicht verlangt.4

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Eine Zertifizierung schreibt die Verordnung nicht vor. Die Bundesnetzagentur empfiehlt aber, die Maßnahmen zu dokumentieren, damit sich jederzeit zeigen lässt, was getan wurde.3 Rechtliche Einzelheiten solltest du mit Fachleuten klären.

Kompetenz in Stufen aufbauen

Die Bundesnetzagentur schlägt einen Aufbau in Stufen vor, verbindlich ist er nicht.3 Für die meisten Unternehmen ist er ein guter Leitfaden.

Drei Stufen der KI-Kompetenz:

  • Grundlagen für alle: was KI kann und was nicht, welche Regeln gelten, welche Daten tabu sind
  • Vertiefung für regelmäßige Nutzer: gute Anweisungen schreiben, Ergebnisse prüfen, Grenzen erkennen
  • Training je Rolle: konkrete Aufgaben aus Service, Marketing, Einkauf oder Buchhaltung mit den freigegebenen Werkzeugen

Gelernt wird am besten im Alltag, nicht im einmaligen Seminar: kurze Formate, echte Aufgaben, feste Ansprechpartner in den Teams. Führungskräfte gehen voran und zeigen, wie sie KI selbst nutzen. Die Regeln, die in der Grundstufe vermittelt werden, stehen in der KI-Richtlinie.

Von der Pflicht zur Befähigung

Wer die Grundlagen beherrscht, kann mehr: eigene Abläufe mit KI vereinfachen und Assistenten für das eigene Team bauen, wie es die Herausforderung Eigene KI-Assistenten im Team bauen beschreibt. Wie digitale Kompetenz insgesamt über alle Ebenen entsteht, zeigt die Herausforderung Digitale Kompetenz.

Wo es hakt

66 Prozent der Unternehmen schätzen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein. Jedes vierte schult gar nicht.

Was verlangt wird

Artikel 4 der KI-Verordnung: Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz aller, die KI im Auftrag des Unternehmens nutzen. Dokumentation wird empfohlen.

Wie advise einordnet

Wir klären mit dir, wer welche Stufe braucht, wie Lernen in den Alltag passt und wie du es dokumentierst.

Der erste Schritt

Eine Übersicht, wer welche KI-Werkzeuge nutzt und wofür. Daraus ergeben sich die Stufen und die Reihenfolge.

Wo stehst du bei diesem Thema?

Häufige Fragen zur KI-Kompetenz

Müssen Unternehmen ihre Mitarbeitenden zu KI schulen?

Wer KI-Systeme einsetzt, muss nach Artikel 4 der KI-Verordnung Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz der Beschäftigten ergreifen. Eine bestimmte Form wie eine Schulung mit Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Rechtliche Einzelheiten solltest du mit Fachleuten klären.

Wie weist man KI-Kompetenz nach?

Eine Pflicht zur Zertifizierung gibt es nicht. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, die Maßnahmen zu dokumentieren: wer welche Werkzeuge nutzt, welche Inhalte vermittelt wurden und wann die Maßnahmen überprüft werden.

Seit wann gilt die Pflicht zur KI-Kompetenz?

Seit dem 02.02.2025. Der KI-Omnibus von 2026 hat die Pflicht beibehalten, verlangt aber kein festes Mindestniveau.

Was gehört zu einer KI-Schulung?

Grundlagen für alle: was KI kann und was nicht, welche Regeln für Daten gelten und wie man Ergebnisse prüft. Danach Vertiefungen für regelmäßige Nutzer und Training an echten Aufgaben je Rolle, am besten in kurzen Formaten im Alltag.

Wie fit ist dein Team für KI?

Wenn du KI-Kompetenz aufbauen und belegen willst, lohnt der gemeinsame Blick. Schreib uns kurz, worum es geht — wir melden uns persönlich.

* Pflichtfeld

  • 1Bitkom: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, Presseinformation vom 14.09.2026 (603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch, KW 28 bis 33 2026): 66 % schätzen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein; 70 % schulen zum Umgang mit KI (11 % alle Beschäftigten), 25 % bieten keine Schulung an. Quelle ansehen ↗
  • 2Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 KI-Kompetenz und Art. 113 Inkrafttreten und Geltungsbeginn: Kapitel I und II, darunter Art. 4, gelten ab dem 02.02.2025. Quelle ansehen ↗
  • 3Bundesnetzagentur: KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung, Abruf 26.10.2026: Pflicht für Anbieter und Betreiber unabhängig von Branche und Größe; keine Zertifizierungspflicht; Empfehlung, die Maßnahmen zu dokumentieren; Stufen Grundlagen, Vertiefung und rollenbezogenes Training als nicht verpflichtende Orientierung. Quelle ansehen ↗
  • 4EY Law: Einigung über den KI-Omnibus, 24.06.2026: Die Pflicht aus Art. 4 bleibt bestehen, es wird kein konkretes Mindestniveau erwartet. Quelle ansehen ↗