CLV steigern: Der Wert liegt im zweiten Kauf.
Ein höherer Kundenwert macht jede Kampagne wirtschaftlicher. Wer den Customer Lifetime Value steigern will, rechnet mit dem Deckungsbeitrag, misst nach Kohorten und Kanälen und stellt ihn den Kosten der Kundengewinnung gegenüber. Dann wird sichtbar, welche Kunden sich lohnen und wo der größte Hebel liegt.
Was der Customer Lifetime Value misst
Der Customer Lifetime Value, auch Kundenwert, beschreibt den Deckungsbeitrag, den ein Kunde vom ersten bis zum letzten Kauf erwirtschaftet. Unterschieden werden der historische CLV aus vergangenen Käufen und der prognostizierte CLV.
CLV = Deckungsbeitrag je Bestellung × Bestellungen pro Jahr × erwartete Kundenjahre
Beispiel: Bei 30 € Deckungsbeitrag je Bestellung, drei Bestellungen im Jahr und vier Jahren Kundenbeziehung liegt der CLV bei 360 €.
So misst du richtig
- Mit Deckungsbeitrag rechnen, nach Wareneinsatz, Versand, Retouren, Rabatten und Zahlungskosten
- Nach Kohorten messen, also nach Monat oder Quartal des ersten Kaufs
- Nach Akquisekanal trennen, um zu sehen, welche Kanäle wertvolle Kunden bringen
- Den CLV den Akquisekosten je Kanal gegenüberstellen
- Die erwartete Dauer der Kundenbeziehung vorsichtig ansetzen
So bewertest du den Wert
Allgemeingültige Richtwerte für den Onlinehandel gibt es nicht, der CLV hängt von Sortiment, Marge und Kaufrhythmus ab. Aussagekräftig wird er im Verhältnis zu den Akquisekosten. Als Faustregel aus dem SaaS-Umfeld gilt ein Verhältnis von mindestens 3 zu 1 und eine Rückgewinnung der Akquisekosten in weniger als zwölf Monaten.1 Für den Onlinehandel ist das eine Orientierung, kein Ziel. Wie Bindung den Kundenwert erhöht, zeigt die Themenseite Loyalty-Programm aufbauen.
Zur Einordnung:
So verbesserst du den Wert
Wiederkaufrate
Mehr Kunden, die ein zweites und drittes Mal kaufen, heben den CLV stärker als jede einzelne Bestellung.
Deckungsbeitrag je Bestellung
Sortimentsmix, Versandkosten und Retouren entscheiden, was pro Kauf übrig bleibt.
Dauer der Kundenbeziehung
Jedes zusätzliche Kundenjahr zählt voll in die Rechnung. Eine sinkende Churn Rate verlängert die Beziehung.
Akquisekanäle
Kanäle, die Kunden mit hohem CLV bringen, dürfen mehr kosten als Kanäle mit vielen Einmalkäufern.
Alle Hebel für Bindung und Wiederkauf auf der Kompass-Seite Loyalty →
Typische Fehler
Worauf du achten solltest:
- Mit Umsatz statt mit Deckungsbeitrag rechnen
- Einen Durchschnitt über alle Kunden bilden, der starke und schwache Kohorten vermischt
- Den CLV ohne die Akquisekosten betrachten
Wo stehst du bei diesem Thema?
Häufige Fragen zum Customer Lifetime Value
Wie berechnet man den Customer Lifetime Value?
Vereinfacht: Deckungsbeitrag je Bestellung mal Bestellungen pro Jahr mal erwartete Kundenjahre. Bei 30 Euro Deckungsbeitrag, drei Bestellungen im Jahr und vier Jahren liegt der CLV bei 360 Euro.
Wie steigert man den CLV?
Vor allem über die Wiederkaufrate: Mehr Kunden, die ein zweites und drittes Mal kaufen, heben den CLV stärker als jede einzelne Bestellung. Dazu kommen ein höherer Deckungsbeitrag je Bestellung und eine längere Kundenbeziehung.
Wie hängen CLV und CAC zusammen?
Der CLV zeigt, was ein Kunde einbringt, die CAC, was seine Gewinnung kostet. Erst das Verhältnis beider zeigt, ob sich Wachstum rechnet. Als Faustregel aus dem SaaS-Umfeld gilt mindestens 3 zu 1.
Was ist der Unterschied zwischen historischem und prognostiziertem CLV?
Der historische CLV beruht auf tatsächlichen Käufen, der prognostizierte schätzt künftige. Für die Steuerung reicht oft der historische Wert nach Kohorten, solange er regelmäßig aktualisiert wird.
Wie oft sollte man den CLV berechnen?
Quartalsweise nach Kohorten und Kanälen reicht für die meisten Shops. Wichtig ist, immer dieselbe Methode zu verwenden, damit die Werte vergleichbar bleiben.
Alles zum Thema Loyalty-Programm: So hängen die Seiten zusammen.
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- 1David Skok, For Entrepreneurs: SaaS Metrics 2.0, A Guide to Measuring and Improving What Matters Quelle ansehen ↗