Herausforderung·Digitale Transformation

Ambidextrie: Zwei Geschäfte, eine Führung.

Das Kerngeschäft verdient heute das Geld, das Digitalgeschäft soll es morgen tun. Beide brauchen unterschiedliche Ziele, ein anderes Tempo und eigene Kennzahlen. Ambidextrie heißt, beides gleichzeitig zu führen und jedem den Raum zu geben, den es braucht.

Auf einen Blick

Ambidextrie heißt, das Kerngeschäft effizient weiterzuführen und zugleich Neues aufzubauen. Bewährt hat sich, das Digitalgeschäft mit eigenen Zielen, eigenem Budget und eigenen Kennzahlen auszustatten, es an der Spitze aber eng mit dem Kerngeschäft zu verbinden. Entscheidend ist, wer Konflikte um Kunden, Preise und Ressourcen entscheidet.

Viele Unternehmen stehen beim Digitalgeschäft noch am Anfang. Laut Bitkom bieten 34 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten keine digitalen Produkte oder Dienstleistungen an. 56 Prozent erzielen heute keine Digitalumsätze, und für die Zeit in fünf Jahren erwarten das noch 52 Prozent.1 Das neue Geschäft muss also neben einem Kerngeschäft wachsen, das Aufmerksamkeit, Budget und die besten Leute bindet.

Hat dein Digitalgeschäft genug Raum neben dem Kern?

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Warum zwei Geschäfte unterschiedlich geführt werden

Den Begriff Ambidextrie, die Beidhändigkeit von Organisationen, haben Charles O’Reilly und Michael Tushman geprägt. Ihr Befund: Erfolgreiche Unternehmen trennen neue, suchende Einheiten vom eingespielten Geschäft, geben ihnen eigene Prozesse, Strukturen und Kulturen und verbinden beide eng an der Spitze.2

Wo die Unterschiede liegen:

  • Ziele: Effizienz und Marge im Kern, Lernen und Wachstum im Neuen
  • Tempo: Jahresplanung im Kern, kurze Zyklen im Neuen
  • Kennzahlen: Deckungsbeitrag und Kosten im Kern, Kunden und Wiederkauf im Neuen
  • Budget: feste Pläne im Kern, Freigabe in Stufen im Neuen
  • Risiko: Fehler vermeiden im Kern, schnell testen im Neuen
Wer entscheidet bei dir, wenn Kern und Neues kollidieren?Das zeigt sich im Gespräch, nicht von außen. Die erste Runde ist kostenfrei: ein vorbereiteter Termin, vor Ort oder per Video.Termin vereinbaren →

So führst du beides zugleich

Was sich bewährt:

  • Ein eigenes Ziel und Budget für das Digitalgeschäft, freigegeben in Stufen
  • Eigene Kennzahlen, die nicht an der Marge des Kerngeschäfts gemessen werden
  • Eine Person an der Spitze, die Konflikte um Kunden, Preise und Ressourcen entscheidet
  • Gemeinsame Stärken wie Marke, Einkauf und Kundendaten bewusst teilen
  • Feste Regeln, wann ein Vorhaben ins Kerngeschäft übergeht oder endet

Wie Menschen den Wandel mittragen, beschreibt die Herausforderung Change-Management. Wie Rollen und Routinen über Bereiche hinweg zusammenspielen, zeigt das Operating Model. Wie Hersteller ein Direktgeschäft neben dem Handel aufbauen, zeigt das Thema D2C für Hersteller.

Was sich bewegt

Mehr als die Hälfte der Unternehmen erzielt keine Digitalumsätze. Das Neue muss neben dem Kern wachsen.

Was wirkt

Eigene Ziele, eigenes Budget und eigene Kennzahlen für das Neue, eng verbunden an der Spitze.

Wie advise einordnet

Wir klären mit dir, wie Kern und Digitalgeschäft zusammenspielen und wer welche Konflikte entscheidet.

Der erste Schritt

Für das Digitalgeschäft drei eigene Kennzahlen festlegen, die nicht an der Marge des Kerns hängen.

Wo stehst du bei diesem Thema?

Häufige Fragen zur Ambidextrie

Was bedeutet Ambidextrie im Unternehmen?

Ambidextrie heißt Beidhändigkeit: Ein Unternehmen führt das bestehende Geschäft effizient weiter und baut gleichzeitig neues Geschäft auf. Beides braucht unterschiedliche Ziele, Tempi und Kennzahlen.

Was ist der Unterschied zwischen Exploration und Exploitation?

Exploitation nutzt und verbessert, was schon funktioniert, etwa das Kerngeschäft. Exploration sucht Neues, etwa digitale Angebote oder Kanäle. Ambidextre Unternehmen führen beides nebeneinander.

Muss das Digitalgeschäft eine eigene Einheit sein?

Nicht zwingend. Wichtig sind eigene Ziele, eigenes Budget und eigene Kennzahlen. Ob daraus eine eigene Einheit wird, hängt davon ab, wie stark das Neue vom Kerngeschäft abweicht.

Wie misst man den Erfolg des Digitalgeschäfts?

Mit eigenen Kennzahlen wie Neukunden, Wiederkauf und Deckungsbeitrag je Kanal, freigegeben in Stufen. Am Anfang zählt der Fortschritt, nicht die Marge des Kerngeschäfts.

Wie führst du Kern und Digitalgeschäft zugleich?

Wenn das Digitalgeschäft neben dem Kerngeschäft wachsen soll, lohnt der gemeinsame Blick auf Ziele, Budget und Führung. Schreib uns kurz, worum es geht, wir melden uns persönlich.

* Pflichtfeld

  • 1Bitkom: Digitalisierung der Wirtschaft, Präsentation vom 11.03.2026 (604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch, KW 02 bis KW 06 2026), Folien „Digitale Innovationen: Es geht voran“ und „Digitalumsätze steigen – aber langsam“: 34 % bieten keine digitalen Produkte oder Dienstleistungen an; 56 % erzielen keine Digitalumsätze, in fünf Jahren erwarten das 52 %. Quelle ansehen ↗
  • 2Charles A. O’Reilly III, Michael L. Tushman: The Ambidextrous Organization, Harvard Business Review, April 2004: Erfolgreiche Unternehmen trennen neue, explorative Einheiten vom eingespielten Geschäft, geben ihnen eigene Prozesse, Strukturen und Kulturen und verbinden beide eng auf der Ebene der Geschäftsführung. Quelle ansehen ↗