Kennzahl·Dynamic Pricing

Deckungsbeitrag berechnen: Was je Bestellung bleibt.

Der Umsatz wächst, aber am Monatsende bleibt wenig übrig? Der Deckungsbeitrag zeigt, was jede Bestellung nach Wareneinsatz, Versand, Retouren, Gebühren und Werbung zur Deckung der festen Kosten beiträgt.

Auf einen Blick

Der Deckungsbeitrag zeigt, ob eine Bestellung Geld verdient, bevor Team, Technik und Miete bezahlt sind. Liegt er nach Werbung und Retouren nahe null, wächst der Umsatz, ohne dass das Ergebnis mitwächst. Ansetzen lässt sich bei den Posten, die mit jeder Bestellung anfallen: Versand, Retouren, Gebühren und Werbung, getrennt nach Kanal, Land und Artikel.

Definition

Der Deckungsbeitrag ist der Umsatz abzüglich aller variablen Kosten, also der Kosten, die mit jeder Bestellung entstehen. Was übrig bleibt, trägt zur Deckung der festen Kosten bei. Im E-Commerce wird er meist in Stufen gerechnet: DB I nach Wareneinsatz, DB II nach Versand, Retouren und Gebühren, DB III nach Werbung.

Deckungsbeitrag = Nettoumsatz − variable Kosten · Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Nettoumsatz × 100

Beispiel: Eine Bestellung bringt 100 € Nettoumsatz. Nach 45 € Wareneinsatz bleiben 55 € (DB I). Nach 8 € Versand und Verpackung, 6 € anteiligen Retourenkosten und 2 € Zahlungsgebühren bleiben 39 € (DB II). Nach 15 € Werbung bleiben 24 € (DB III), eine Deckungsbeitragsquote von 24 %.

So misst du richtig

  • Nettoumsatz ansetzen: nach Retouren und ohne Umsatzsteuer
  • Wareneinsatz je Artikel aus der Warenwirtschaft übernehmen, nicht als Pauschale
  • Versand, Verpackung und Retouren je Bestellung zuordnen, Retouren nach der Quote der Kategorie
  • Zahlungs- und Marktplatzgebühren je Kanal getrennt erfassen
  • Werbekosten je Kanal und Kampagne für den DB III zuordnen
  • Je Bestellung, Kanal, Land und Artikel auswerten, nicht nur für den ganzen Shop

So bewertest du den Wert

Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht, aber eine klare Grenze: Der DB III muss über null liegen und in Summe die festen Kosten tragen. Wie unterschiedlich die variablen Kosten ausfallen, zeigt der Vergleich der Kanäle. Auf Amazon liegen die meisten Verkaufsgebühren zwischen 8 und 15 Prozent,1 im eigenen Shop zählen dafür Werbung und Versand stärker. 92 Prozent der Händler geben Versandkosten zwischen 2 und 10 Euro an die Kundschaft weiter, 30 Prozent liefern generell versandkostenfrei.2 In der Mode haben 67,5 Prozent der Händler eine Retourenquote über 20 Prozent,3 dort entscheidet die Retoure oft über den Deckungsbeitrag. Was du tun kannst, wenn die Marge sinkt, zeigt die Herausforderung Margendruck.

Zur Einordnung:

  • DB III über null: Jede Bestellung trägt zu den festen Kosten bei
  • Darüber hinaus kein allgemeingültiger Richtwert: maßgeblich sind der Vergleich von Kanälen, Ländern und Artikeln und die Entwicklung über die Zeit
In welchem Kanal bleibt dir je Bestellung am wenigsten?Das zeigt sich im Gespräch, nicht von außen. Die erste Runde ist kostenfrei: ein vorbereiteter Termin, vor Ort oder per Video.Termin vereinbaren →

So verbesserst du den Wert

Preisregeln

Preise und Rabatte an Untergrenzen je Artikel binden.

Versandschwelle

Die Grenze für kostenfreien Versand am Deckungsbeitrag ausrichten.

Retouren je Kategorie

Bei den Kategorien mit den höchsten Retourenkosten zuerst ansetzen.

Werbung nach Marge

Kampagnen nach Deckungsbeitrag steuern, nicht nach Umsatz.

Typische Fehler

Worauf du achten solltest:

  • Mit Bruttoumsatz rechnen, vor Retouren und mit Umsatzsteuer
  • Versand und Retouren als Pauschale über den ganzen Shop verteilen
  • Nur den DB I betrachten und Werbung weglassen

Wo stehst du bei diesem Thema?

Häufige Fragen zum Deckungsbeitrag

Wie berechnet man den Deckungsbeitrag?

Nettoumsatz minus alle variablen Kosten. Im Onlinehandel sind das vor allem Wareneinsatz, Versand und Verpackung, Retouren, Zahlungs- und Marktplatzgebühren und Werbung. Die Deckungsbeitragsquote ist der Deckungsbeitrag geteilt durch den Nettoumsatz.

Was ist der Unterschied zwischen DB I, DB II und DB III?

Die Stufen ziehen nacheinander mehr Kosten ab: DB I nach dem Wareneinsatz, DB II zusätzlich nach Versand, Retouren und Gebühren, DB III zusätzlich nach Werbung. Die Einteilung ist nicht genormt; wichtig ist, sie im eigenen Haus gleich zu verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Marge?

Die Rohmarge zieht vom Umsatz nur den Wareneinsatz ab und entspricht damit dem DB I. Der Deckungsbeitrag geht weiter und zieht alle Kosten ab, die mit jeder Bestellung entstehen.

Wie hängen Deckungsbeitrag und ROAS zusammen?

Der ROAS, ab dem Werbung sich trägt, liegt bei eins geteilt durch die Deckungsbeitragsquote vor Werbung. Bei 25 Prozent braucht es einen ROAS von 4. Mehr dazu bei ROAS bewerten.

Warum den Deckungsbeitrag je Kanal und Land rechnen?

Weil Gebühren, Versand und Retouren je Kanal und Land verschieden sind. Ein Artikel kann im eigenen Shop gut verdienen und auf einem Marktplatz oder im Ausland kaum. Das zeigen die Herausforderungen Kanal- und Preisstrategie und Internationalisierung.

Im Thema

Alles zum Thema Dynamic Pricing, auf jeder Seite in derselben Reihenfolge.

Weißt du, was dir je Bestellung bleibt?

Wenn du den Deckungsbeitrag je Kanal, Land oder Artikel sauber rechnen willst, lohnt der gemeinsame Blick auf Daten und Kosten. Schreib uns kurz, worum es geht, wir melden uns persönlich.

* Pflichtfeld

  • 1Amazon: Preisgestaltung bei Amazon für Ihr Unternehmen, sell.amazon.de, abgerufen am 04.11.2026: Professional-Tarif 39 € zzgl. MwSt. im Monat; „Die meisten Verkaufsgebühren liegen zwischen 8 % und 15 %“; Versand durch Amazon mit Pauschalgebühr je Einheit, Lagergebühr je Kubikmeter und Monat. Quelle ansehen ↗
  • 2EHI Retail Institute: Versand- & Retourenmanagement im E-Commerce 2024, veröffentlicht 06.09.2024, Leseprobe, Management Summary: 30 % bieten generell versandkostenfreie Lieferung, 40 % übernehmen die Versandkosten ab einem bestimmten Bestellwert, 92 % geben Versandkosten zwischen 2 und 10 € an die Kundschaft weiter. Quelle ansehen ↗
  • 3EHI Retail Institute: Wieder mehr kostenlose Retouren, 30.09.2026: 67,5 % der Modehändler mit Retourenquote über 20 %. Quelle ansehen ↗