Kennzahl·Sortiment

Lagerumschlag erhöhen: Bestand, der sich dreht, bindet weniger Geld.

Jeder Artikel im Lager hat Geld gekostet, das erst mit dem Verkauf zurückkommt. Die Lagerumschlagshäufigkeit zeigt, wie oft sich der Bestand im Jahr dreht, und damit, wie lange Geld in Ware gebunden ist.

Auf einen Blick

Ein hoher Lagerumschlag heißt, dass Ware schnell verkauft wird und wenig Geld im Lager bindet. Ein niedriger Wert in einer Kategorie weist auf Langsamdreher, zu große Bestellmengen oder ein zu breites Sortiment hin. Ansetzen lässt sich bei Bestellmengen und Nachschub, bei der Bereinigung des Sortiments und bei Abverkäufen. Vergleiche je Kategorie, nicht über das ganze Lager.

Definition

Die Lagerumschlagshäufigkeit gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand in einem Zeitraum, meist einem Jahr, verkauft und ersetzt wird. Aus ihr folgt die durchschnittliche Lagerdauer: wie viele Tage ein Artikel im Schnitt im Lager liegt.

Lagerumschlagshäufigkeit = Wareneinsatz im Jahr ÷ durchschnittlicher Lagerbestand zu Einstandspreisen · Lagerdauer in Tagen = 365 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit

Beispiel: Ein Shop hat im Jahr 1,2 Mio. € Wareneinsatz und einen durchschnittlichen Lagerbestand von 300.000 € zu Einstandspreisen. Der Lagerumschlag liegt bei 4, die Ware liegt im Schnitt gut 91 Tage im Lager.

So misst du richtig

  • Wareneinsatz und Bestand gleich bewerten, beide zu Einstandspreisen
  • Den durchschnittlichen Bestand aus Monatswerten bilden, nicht nur aus Anfangs- und Endbestand
  • Je Kategorie, Lieferant und Artikel auswerten
  • Langsamdreher markieren: Artikel ohne Verkauf in einem festen Zeitraum
  • Die Lieferfähigkeit parallel messen, damit ein höherer Umschlag nicht zu fehlender Ware führt
  • Bestände bei Fulfillment-Dienstleistern und Marktplätzen mitzählen

So bewertest du den Wert

Einen allgemeingültigen Richtwert gibt es nicht: Lebensmittel drehen sich schneller als Möbel, Saisonware anders als das Dauersortiment. Aussagekräftig ist der Vergleich je Kategorie und über die Zeit. Ein steigender Umschlag ist nur so lange gut, wie die Lieferfähigkeit hält. 47 Prozent der Händler waren zuletzt von Lieferschwierigkeiten betroffen;1 wer den Bestand zu knapp plant, kann dann nicht liefern. Wie du Nachschub und Sicherheitsbestand planst, zeigt die Herausforderung Bestandsplanung.

Zur Einordnung:

  • Kein allgemeingültiger Richtwert: Der Lagerumschlag hängt stark von Kategorie und Saison ab
  • Maßgeblich sind der Vergleich je Kategorie, die Entwicklung über die Zeit und die Lieferfähigkeit zugleich
Welche Kategorie dreht sich bei dir am langsamsten?Das zeigt sich im Gespräch, nicht von außen. Die erste Runde ist kostenfrei: ein vorbereiteter Termin, vor Ort oder per Video.Termin vereinbaren →

So verbesserst du den Wert

Bestellmengen

Kleinere Mengen häufiger nachbestellen, wo der Lieferant es zulässt.

Sortiment

Artikel mit wenig Absatz und wenig Deckungsbeitrag bereinigen.

Abverkauf

Langsamdreher früh über Preis, Bündel oder Marktplätze verkaufen.

Prognose

Nachschub an der erwarteten Nachfrage je Artikel ausrichten.

Typische Fehler

Worauf du achten solltest:

  • Wareneinsatz mit einem Bestand zu Verkaufspreisen vergleichen
  • Nur den Durchschnitt über das ganze Lager betrachten
  • Den Umschlag steigern, ohne die Lieferfähigkeit zu messen

Wo stehst du bei diesem Thema?

Häufige Fragen zum Lagerumschlag

Wie berechnet man die Lagerumschlagshäufigkeit?

Wareneinsatz eines Jahres geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, beides zu Einstandspreisen. Wer mit Umsatz rechnet, muss auch den Bestand zu Verkaufspreisen ansetzen, sonst fällt der Wert zu hoch aus.

Was ist ein guter Lagerumschlag?

Das hängt von der Branche und der Kategorie ab. Aussagekräftiger als ein Branchenwert ist der Vergleich der eigenen Kategorien und die Entwicklung über die Zeit, immer zusammen mit der Lieferfähigkeit.

Wie hängen Lagerumschlag und Lagerdauer zusammen?

Die Lagerdauer ist 365 geteilt durch den Lagerumschlag. Ein Umschlag von 4 heißt, dass Ware im Schnitt gut 91 Tage im Lager liegt, ein Umschlag von 6 rund 61 Tage.

Wie erhöht man den Lagerumschlag?

Mit kleineren und häufigeren Bestellungen, einer Bereinigung des Sortiments um Artikel mit wenig Absatz, frühem Abverkauf von Langsamdrehern und einer Prognose, die den Nachschub an der Nachfrage ausrichtet.

Hilft KI beim Lagerumschlag?

Sie kann Prognosen für Nachfrage und Nachschub verbessern. 18 Prozent der Händler setzen KI im Bestandsmanagement bereits ein.1 Die Grundlage bleiben saubere Daten zu Absatz, Bestand und Lieferzeiten.

Wie viel Geld steckt in deinem Lager?

Wenn du wissen willst, welche Kategorien Geld im Lager binden und wo du zuerst ansetzt, lohnt der gemeinsame Blick auf Bestand und Sortiment. Schreib uns kurz, worum es geht, wir melden uns persönlich.

* Pflichtfeld

  • 1Bitkom: Digitaler Handel in Deutschland, Studienbericht 2026 (Händlerbefragung: 505 Handelsunternehmen ab 10 Beschäftigten, KW 11 bis KW 19 2025), S. 46, Abb. 34: 18 % setzen KI im Bestandsmanagement bereits ein; S. 49, Abb. 37: 47 % von Lieferschwierigkeiten betroffen. Quelle ansehen ↗